Wiener Masse
Rechtliche Grundlage
Wiener Masse wird unter Verwendung von Getreideerzeugnissen und/oder Stärken sowie Zuckerarten; Fett und Vollei oder entsprechenden Volleierzeugnissen hergestellt. Auf 100 kg Getreideerzeugnisse und/oder Stärken werden mindestens 66;7 Prozent Vollei oder entsprechende Mengen Volleierzeugnisse und mindestens 6 kg Butter oder entsprechende Mengen Milchfetterzeugnisse oder Margarine oder praktisch wasserfreier Fette verwendet. (Emulgatoren können bei feinen Backwaren verwendet werden; sofern sie nicht ausdrücklich ausgeschlossen werden.)
Herstellung
Vollei und Zucker werden mit den Gewürzen warm (max 40 °C) aufgeschlagen. Hat die Masse die gewünschte Temperatur erreicht; wird sie kalt ausgeschlagen; bis sie ihren optimalen Stand erreicht hat. Das gesiebte Mehl-Weizenpuder-Gemisch wird sorgfältig (klumpenfrei) meliert und anschließend das warme; flüssige Fett gut untergerührt.
Vorgänge beim Warmschlagen
- bei Wärme wird die Emulgierfähigkeit des Eidotters verbessert
- der Zucker wird besser gelöst; so dass die Masse zähflüssiger wird
- die Bindigkeit der Eiweißstoffe wird durch den leichten Wasserverlust beim Erwärmen verbessert
- die Porung wird durch die Wärmeausdehnung der Luft vergrößert.
Vorgänge beim Kaltschlagen
- die verhältnismäßig große Porung am Ende der Warmschlagphase wird durch weiteres Schlagen und durch leichte Abkühlung der Masse verkleinert
- die Anzahl der Poren steigt
- durch viele kleine Luftbläschen mit dünnen Wandungen wird die Masse stabilisiert.
Fehler
| Fehler | Ursache | Erklärung |
| Klümpchen in der Masse | Mehl nicht gesiebt | - Durch die Feuchtigkeit der Masse lagern sich Mehlbestandteile aneinander und können nicht zerteilt werden |
| Fett zu heiß untergerührt | - Die Eibestandteile (Eiweißstoffe) gerinnen teilweise | |
| Zum Zeitpunkt der Fettzugabe war das Mehl noch nicht richtig meliert | - Fett verklumpt mit den Mehlteilchen; diese lassen sich nicht mehr zerteilen | |
| Gebäck hat Schliffstreifen | Flüssiges Fett nicht gleichmäßig meliert | - In der Porung tritt durch das Fett eine teilweise Verdichtung ein |
| Mangelhafter Stand; geringes Volumen | Fett zu heiß meliert | - Zerstörung der Luftbläschen durch Gerinnung der Eiweißstoffe |
| Masse nicht kalt genug | - durch die große Porung ist die Masse noch nicht stabil; d.h. sie ist noch nicht "ausgeschlagen"; beim Melieren werden Luftbläschen zerstört | |
| Böden krümeln | Zu viel Weizenpuder | - Stärke besitzt keine gerüstbildenden Eigenschaften - Stärke bindet viel Wasser durch Verkleisterung |
| Zu wenig Fett | - Fettzugabe verdichtet die Porung etwas - Fettzugabe hält länger frisch (verzögert "Altbackenwerden") |
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